Frauen unterwegs auf be-geisterndem Weg
Stationenweg „Via Lucis“ führt auf Pfingsten hin
(ga) Einen ruhigen Nachmittag mit viel Zeit für Stille und zum Nachdenken, aber auch für Gespräche, zum Tanzen und Brotzeit machen erlebte eine Gruppe von Frauenbund-Frauen (am 09.05.) in Ergoldsbach. Einige waren weit angereist, um sich mit Elisabeth Rembeck von der Frauenseelsorge des Bistums Regensburg und mit Referentin Irmtraud Ewender auf den Weg von Ostern Richtung Pfingsten zu machen.
Erste Station war die St. Agatha-Kirche in Ergoldsbach. Schnell stellten die Frauen mit Blick auf das Leben der Heiligen fest, dass sexuelle Bedrohungen und Gewalt, wie die heilige Agatha sie im zweiten Jahrhundert nach Christus erlebt hat, auch heute noch an der Tagesordnung sind. „Unser österlicher Auftrag ist, uns für die Frauen einzusetzen, denen solche Gewalt widerfahren ist!“, wandte sich Elisabeth Rembeck an die Gruppe und stellte die Hilfsorganisation medica mondiale vor.
Ratschend machten sich die Frauen dann auf zum Ergoldsbacher Friedhof, wo sie das den meisten unbekannte vierseitige Kreuz unweit der Aussegnungshalle betrachteten. Mit einer Wahrnehmungsübung und Bewegungen spürten sie die Kreuzgestalt im eigenen Körper nach, meditierten bei einem ruhigen Tanz und formten ihre Hände schließlich zu einer Schale. „Fühlt auch ihr manchmal Leere?“, fragte Irmtraud Ewender die Frauen und forderte sie auf: „Legt in diese Schale jetzt alles hinein, was eure Leere füllen kann!“ Dieser Aufforderung kamen die Frauen gerne nach, während sie schweigend ortsauswärts wanderten und die Fülle der Natur genossen.
„Wie ein Sendemast Nachrichten verstärkt und verbreitet, hat sich an Pfingsten auch die frohe Botschaft verbreitet“, leitete Elisabeth Rembeck an der dritten Station zu einem Biblolog über: die Frauen hörten das Pfingstevangelium und versetzten sich in die Rolle der Anwesenden. Was haben sich Ruth, Hanna, Esther, die greise Miriam und der Apostel Petrus wohl gedacht? Nach dieser für alle neuen Herangehensweise an die heilige Schrift stärkte sich die Gruppe bei einer gemütlichen Teil-Brotzeit, ehe sie zur letzten Station bei der Bergkapelle wanderte.
Rundum zufrieden mit dem Nachmittag berichteten die Frauen, was sie jetzt in ihre Schale legen: die Gemeinschaft mit den anderen, die vielen Gedankenimpulse und auch die Ruhe in der blühenden Natur durften in keiner Schale fehlen. Mit weiteren Impulsen, alles Geschenke der göttlichen Geistkraft, machten sich die Frauen auf dem Heimweg und versicherten den Organisatorinnen: „Der Stationenweg hat unheimlich gutgetan. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!“
